Laufende Dissertationsprojekte

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Dissertationsprojekte in der Skandinavistik:

 

Biró, Harmen: Konrad Maurers Islandreise im Jahre 1858

Untersucht wird der Reisebericht Konrad Maurers als dynamischer Text.
Auf der einen Seite steht  die 'Landnahme' des Autors, der Wissens- und Erkenntnisaneignung, auf der anderen Seite, dieses Wissen wiederum im Modus des Reiseberichts weiterzuvermitteln. Die Dynamik vollzieht sich in den verschiedensten Bereichen sowohl inhaltlich als auch formal, wird aber letzten Endes in einem Überfluss an Informationen erstickt. Trotzdem steht die Analyse der korrelierenden Reise- und Wissensbewegungen im Mittelpunkt.

 

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Kunz, Dorothea: Wege in den Realismus. (Arbeitstitel)

Die regionale Kurzprosa in der deutschen und skandinavischen Literatur des 19. Jahrhunderts

Kurze  Beschreibung: Im Mittelpunkt des Projekts steht eine literarische Strömung der
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die unter Konzentration auf einen bestimmten Stoff-
und Motivkreis - den ländlich-bäuerlichen Lebensbereich - neue realistische
Erzählverfahren entwickelt. Neben geistesgeschichtlichen Einflüssen werden die
Wechselwirkungen analysiert, die sich hier zwischen konkreten regionalen Bezügen und
ästhetischem Verfahren ergeben. Dabei soll deutlich werden, welches kulturelle
Selbstverständnis in den behandelten Texten zum Ausdruck kommt und inwiefern diese ein
Spannungsverhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft thematisieren, das bereits über
das vorherrschende Lokalkolorit hinausweisen könnte.

 

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Lambertus, Hendrik: Zur Darstellung und Funktion des Fremden in den originalen Riddarasögur (Arbeitstitel)

Im Rahmen meines Dissertationsprojekts beschäftige ich mich mit der spätmittelalterlichen Gattung der originalen Riddarasögur. Dabei untersuche ich verschiedene Texte dieses in der älteren Forschung wenig beachteten Genres vergleichend anhand der Fragestellung, wie sie die fremden, im eigentlichen Wortsinne „un-heimlichen“ Aspekte der erzählten Welt narrativ in Szene setzen und ausdeuten. Der Held einer originalen Riddarasaga steht dem Fremden nicht nur antithetisch als Gegner gegenüber. Stattdessen interagiert er mit ihm auf verschiedenen Ebenen, wird von ihm beeinflusst oder spiegelt sich in ihm. Dadurch entstehen Grauzonen und Grenzräume, die die scheinbar klaren Strukturen schematischer Erzählliteratur durchbrechen und fest gefügte Kategorien wie „höfisch und nicht-höfisch“, „männlich und weiblich“ oder gar „,menschlich und nicht-menschlich“ in Frage stellen. Die erzählte Welt einer originalen Riddarasaga wird so zu einer Welt der Uneindeutigkeit mit fragwürdigen Ordnungsprinzipien, in der der Held sich immer wieder neu positionieren muss. Die originalen Riddarasögur können neben ihrem reinen Unterhaltungswert auch als eine Literatur der Welterfahrung und Weltbewältigung gedeutet werden. Die narrative Gestaltung dieser Selbsthinterfragung und Selbstpositionierung in der Interaktion mit dem Fremden bildet den Schwerpunkt meiner Untersuchung.

 

 

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Lemke, Christiane: Phantasmen des Infantilen aus Skandinavien: Sechs Detailanalysen zu unheimlichen Spiegelungen, Masken und Metamorphosen in Märchen und Schauerphantastik

Eine Untersuchung des Unheimlichen (infantile Komplexe, Phantome, Gespenster, wahnhafte
Träume und Halluzinationen, Spiegelungsmechanismen in Form, Struktur und Inhalt) auf der
Grundlage vor allem psychoanalytischer Ansätze Sigmund Freuds, Melanie Kleins, Jacques
Lacans u.a. sowie Untersuchung von intertextuellen Bezügen, durch die sich Text, Film und
Bildsprache von skandinavischen Autoren wie H.C. Andersen, K. Blixen, Ingmar Bergman,
Dorrit Willumsen u.a. in den Gattungsdiskurs der Schauerfiktion einschreiben.
Voraussichtlicher Abschluss der Arbeit: 2008

 

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